Mit guten Beispielen gegen den Leerstand

Nachricht, veröffentlicht von Ines Kinsky am 24.10.2020

Modellvorhaben Raumordnung mobilisiert Förderer und Unterstützer

Modellvorhaben der Raumordnung
Modellvorhaben der Raumordnung

Saalfeld. Mit dem regionalen Leerstandsmanagement wurde im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung ein strategisches Instrument entwickelt, dass es den Kommunen ermöglicht, zielgerichtet Leerstand vor allem in Ortskernen zu bekämpfen. Grundlage hierfür ist die Arbeit der Leerstandsmanager, die in Königsee und der VG Schiefergebirge tätig sind, sowie der Baulotsen in den Gemeinden, die die Objekte und Interessierte zusammenbringen und zielgenau über Fördermöglichkeiten informieren.

Basierend auf aktiver Netzwerkarbeit, dem Austausch mit anderen Regionen und Best-Practice-Beispielen wurde zum Beispiel in der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel eine kommunale Förderung für die Aktivierung von lange leerstehenden Objekten in Aussicht gestellt. Mit Erfolg konnten so bereits mehrere leerstehende Objekte an neue Eigentümer vermittelt werden. Eines der Objekte ist das ehemalige Gasthaus „Zur Linde“ in Zeutsch. Die Einbindung in Kontext und Zielstellung des Modellvorhabens der Raumordnung ist Anlass für die Unterstützung durch Förderbehörden. Besondere Objekte wie dieses haben die Chance, als Einzelobjekt außerhalb von Förderschwerpunkten im Rahmen der Dorfentwicklung gefördert zu werden. Auch für die LEADER Region, die Partner im MORO Prozess ist, sind solche Vorhaben von besonderem Interesse.

Uhlstädt-Kirchhasel profitiert von der verkehrsgünstigen Lage zur Universitätsstadt Jena. Mietpreise haben dort mittlerweile eine Höhe erreicht, die das ländliche Umfeld interessant machen. Tatsächlich wird der Betrachtungsraum, den Städter ins Auge fassen zunehmend größer. Aber auch im Schwarzatal sind Nachnutzungen und besondere Betreibermodelle für einst leerstehende Häuser häufiger geworden, wo sich insbesondere die Zukunftswerkstatt Schwarzatal und die Internationale Bauausstellung (kurz IBA) Thüringen engagieren. Hier werden zum Beispiel am Tag der Sommerfrische leerstehende Häuser geöffnet und in Szene gesetzt. Als weitere Umsetzungsmaßnahmen zum Umgang mit Leerstand sind die beiden Personalstellen für ein kommunales Leerstandsmanagement zu nennen, die in der Stadt Königsee und der Verwaltungsgemeinschaft Schiefergebirge aktiv sind und für die Startphase von drei Jahren über das LEADER Förderprogramm bezuschusst werden.

Die Angebote zur Bündelung und Vernetzung des kommunalen Leerstandsmanagements auf Landkreisebene greifen. Im Rahmen des Modellvorhabens werden ein regelmäßiger Austausch und Schulungen von Baulotsen organisiert. Mit einer noch bis zum 31. Oktober laufenden Online-Beteiligung zum Thema Lebendige Ortskerne soll für das Nachnutzen und Bauen in den Ortskernen sensibilisiert und Vorbehalte identifiziert werden (wohneninslf-ru.ipu-mitmachen.de/).
Das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung geförderte Modellvorhaben läuft noch bis 31. August 2021.


Arne Nowacki
Presse- und Kulturamt, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Artikel auf der Landkreis-Seite